Ehemalige Stiftung Schweizer Wappen und Fahnen

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Übersicht der Fusionen im
Kanton Tessin

Übersicht alle Fusionswappen

Kriterien für die Wertung

 

   

Gemeindefusion im Kanton Tessin: Isorno

Ab dem Jahr 2004 sind die drei Gemeinden Auressio, Berzona und Loco unter dem neuen Namen Isorno vereinigt:

 

 

Auressio

Das Wappen ist auf einem Siegel von 1850
zu sehen. Das Wappenmotiv dürfte aus der
Zeit der Abtrennung von Loco im Jahr 1750
stammen.

 

Berzona

Das Wappen bezieht sich auf die etymologische
Deutung des Namens Berzona als Ber-Tona,
was mit campo d’orzo ein Gerstenfeld bezeichnet.

 

 

Loco

Der heilige Remigius ist als Schutzpatron
der Dorfkirche schon auf den ältesten
Siegeln dargestellt
.

 

 

 

Isorno

 

 

Auressio, Berzona und Loco sind die drei einzigen Gemeinden im Isornotal. Da das Isornotal das traditionelle Zentrum der Tessiner Strohflechterei ist, nahm man das Thema dieses wahrscheinlich bald aussterbenden Handwerks in das Wappen auf.

Die drei Strohhalme stehen für die drei Gemeinden und der weisse Wellenbalken symbolisiert den Flusslauf Isorno, der bei Intragna im Centovalli in die Melezza mündet. Das Flechtband aus den drei Strohhalmen steht nicht nur für die Strohflechterei, sondern nimmt Bezug auf die Fusion und die drei offenen Enden mögen wohl auf die offene Zukunft verweisen.

12 Jahre später (2016) folgte mit drei weiteren Gemeinden (Gresso, Mosogno und Vergeletto) der Anschluss an die Gemeinde Onsernone.
Das Wappen der Gemeinde Onsernone wird unverändert weitergeführt.

 

Blasonierung:

Geteilt durch weissen Wellenbalken von Blau und Grün, alles belegt mit aus dem Schildrand steigendem Flechtband aus drei gelben Strohhalmen, deren Enden gegen den oberen Schildrand auslaufen.

 

Wertung: Sehr gut   

 

Zur nächsten Gemeindefusion: Jorat-Menthue VD (alphabetisch innerhalb der Schweiz)

Zur nächsten Gemeindefusion: Lavizzara TI (alphabetisch innerhalb des Kantons Tessin)

Zur nächsten Gemeindefusion: Jorat-Menthue VD (innerhalb der Bewertungsstufe "sehr gut")


Exkurs: Waffen in der Heraldik

Da das Wappen eine militärische „Erfindung“ ist, erschienen Waffen selbstverständlich auch als Wappenmotive. Das Wappen von Auressio stammt
 aus der Zeit um 1750 und zeigt zwei Gewehre. Im Gegensatz zu den Hieb- und Stichwaffen (Schwert, Lanze, Hellebarde, Streitaxt, usw.) sind Feuerwaffen
 eher selten zu sehen. Das Schwert ist häufig als Heiligenattribut von Paulus oder als Symbol der Gerichtsbarkeit eingesetzt. Armbrust, Pfeil und Pfeilbogen
sind ebenfalls gut vertreten. Sogar die ältesten Waffen sind als Keulen und Steinzeitbeile zu finden. Verpönt sind moderne Waffen. Trotzdem fand die
Kalaschnikow Eingang in die Staatswappen von Mosambik, Samoa und Osttimor
.

 

         

Langwies GR
(2013 zu Arosa)

Mörigen BE Lüen GR
(2013 zu Arosa)
Chandossel FR
(1983 zu Villarepos)
Oleyres VD
(2011 zu Avanches)
         
Ferlens VD
(2016 zu Jorat-Mézières)
Autigny FR Termen VS Tägerwilen TG Allschwil BL
         
Oulens-sur-Lucens VD
(2011 zu Lucens)
Neuwilen TG
(1996 zu Kemmental)
Biogno-Beride TI
(1974 zu Origlio)
Pura TI Avry-devant-Pont FR
(2003 zu Pont-en-Ogoz)
   
Langwies GR Die Bedeutung der Keule ist nicht überliefert. Aber das Gerichtssiegel von 1798 mit dem Keulenmotiv trägt die Inschrift: GERICHT VON LANGWIES.
Mörigen BE Das Wappenmotiv der Steinbeile bezieht sich auf die zahlreichen Pfahlbaufunde am Bielersee. Die prähistorischen Steinbeile dienten hauptsächlich als Werkzeuge, aber sicher auch als Waffen.
Lüen GR Der Buchstabe L bezieht sich auf den Namen Lüen. Der Pfeil entstammt einer alten Talschaftsfahne des Schanfiggs.
Chandossel FR Die Farben Rot und Silber beziehen sich auf die Zugehörigkeit zum Bistum Lausanne, die Pfeile auf Sankt Sebastian, den Schutzheiligen der Dorfkapelle.
Oleyres VD Die Armbrust erinnert daran, dass die Einwohner von Oleyre den Gebrauch dieser Waffe besonders pflegten und jedes Jahr zu diesem Zweck nach Avenches reisten.
Ferlens VD Ferlens und Servion waren bis 1820 eine einzige Gemeinde. Dann folgte die Trennung aufgrund eines Beschlusses des Grossen Rates. Die beiden neuen Gemeinden nahmen sehr ähnliche Wappen an. Während Servion das örtliche Wappen vollständig übernahm, ersetzte Ferlens den Schrägbalken durch eine Speerspitze und schuf so ein redendes Wappen.
Fer-lens, mit einem betonten abschließenden „s“ heisst übersetzt Lanzenspitze.
Autigny FR Die Lanze und die Kleeblattkreuze sind die Attribute des Heiligen Maurice, dem Schutzpatron der Pfarrkirche. Diese Embleme finden sich bereits auf einer Militärfahne aus dem 15. Jahrhundert.
Termen VS Das Wappenmotiv, die gekreuzten Säbel, wurden vom Gemeindebanner von 1735 übernommen. Die Bedeutung ist nicht überliefert.
Tägerwilen TG Dieses Wappen wurde von der Gemeinde schon Anfangs des 17. Jahrhunderts geführt. Die Farben zeigen die einstige Zugehörigkeit zum Bistum Konstanz. Die Bedeutung des Motivs ist nicht überliefert.
Allschwil BL Das 1939 neu erschaffene Wappen zeigt die Attrbute von St. Peter und St. Paul. Diese sind schon 1250 als Patrone für die heute christ-katholische Kirche belegt. Auch für die 1878 erbaute katholische Kirche ist diesen Heiligen geweiht.
Oulens-sur-Lucens VD Die Farben Silber und Rot beziehen sich auf die Zugehörigkeit zum Bistum Lausanne und die Schildteilung zur ehemaligen Kastellanei von Lucens. Die Schwerter stammen aus dem Wappen der Familie Rey, deren Mitglieder 1922 einen Grossteil der Einwohner von Oulens stellten.
Neuwilen TG Die Hellebarde, die Hauptwaffe er alten Eidgenossen, erinnert an das grösste Ereignis der Gemeinde. Auf ihrem Gebiet von Neuwilen befand sich das eidgenössische Feldlager im Schwabenkrieg (1499).
Biogno-Beride TI Die Farben erinnern an die Familie Rusca, die Herren von Lugano, denen die Bürgerschaft 1419 einen Treueeid leistete. Die Wappenfiguren sind die Attribute von Santo Fermo (Kapelle aus dem 17. Jahrhundert), von Santo Carlo und Santo Sebastino, (Pfarrkirche, bereits 1626 erwähnt).
Pura TI Das Gebiet der heutigen Gemeinde war einst das Jagdrevier der Familie von Beroldingen. Die Farben ihres Wappens wurden zusammen mit Jagdsymbolen in das Wappen von Pura übernommen.
Avry-devant-Pont FR Im Jahr 1941 übernahm diese Gemeinde das Wappen der Herren von Pont, ihrer ehemaligen Herrschern, ersetzte aber den Löwen durch eine Kanone, in Erinnerung an den „unbesiegbaren Posten“ von Russille, wo die Milizen von Greyerz im Jahr 1798 ein befestigtes Lager mit einer hölzernen Kanone errichtet hatten.
 

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