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Kanton Bern

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Neue Wappen

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für die Wertung

 

 

Gemeindefusion im Kanton Bern: Thurnen

Im Jahr 2020 vereinigen sich die Gemeinden Kirchenthurnen, Lohnstorf und Mühlethurnen zur Gemeinde Thurnen:

 

 

 

Kirchenthurnen

 

 

Lohnstorf

 

 

 

Mühlethurnen

 

 

 

 

Thurnen

 

 

Für das neue Wappen sind die Motive aus den bestehenden zusammenkopiert worden, so dass sich jede Gemeinde vertreten sehen kann. Das Problem liegt beim Mühlrad. Halbe Figuren sind in der Heraldik keine Seltenheit. So führen Kanton und Stadt Genf einen halben Adler im Wappen. Aber im vorliegenden Fall sind aus dem Mühlrad Nabe und Speichen entfernt worden um Platz für eine Scheibe aus dem Lohnstorfer Wappen zu schaffen. Damit verliert das Mühlrad seinen Sinn und ist auch kaum mehr als solches zu erkennen.

Wie auch andernorts, wurde unter der Bevölkerung ein Wettbewerb für die Schaffung eines neuen Wappens ausgerufen. Gemäss unseren Erfahrungen führen solche Wettbewerbe selten zu guten Ergebnissen. Die eingereichten Entwürfe sollten unbedingt von Fachleuten begutachtet und die geeignetsten soweit angepasst werden, dass sie den Regeln der Heraldik, der grafischen Gestaltung und der Symbolik genügen.

Oft scheint es, dass die zuständigen Gemeindevertreter meinen, dass sie über genug Fachwissen verfügten, und dass sich Auswärtige sich nicht in ihre Angelegenheit einzumischen hätten. Unsere Internetseiten und die Hefte 17, 18 und 19 aus unserer Schriftenreihe, aber auch die kantonalen Wappenbücher bieten ausreichende Informationen und Beispiele um allergröbste Fehlleistungen zu verhindern.

Für die neue Gemeinde Thurnen hätte das bisherige Wappen von Kirchenthurnen übernommen werden können, denn die Gemeinde Kirchtenhurnen nannte sich bis 1859 Thurnen. Die Wappen von Lohnstorf und Mühlethurnen hätten ihren Status als Gemeindewappen verloren, stünden aber für die Einwohner und Vereine weiterhin als Dorfwappen zur Verfügung. Nun sind sie ausrangiert und werden vergessen. Die Weiterverwendung als Dorfwappen ist denkbar, aber zusammen mit dem neuen Gemeindewappen, besonders bei einer Festbeflaggung, zeigt sich, dass die alten Wappen in Bezug auf Ausdruckstärke ihrer Symbole dem offiziellen Wappen weit überlegen sind. Zudem wirkt sich die Ähnlichkeit denkbar ungünstig aus.

Niemand hat das Recht, die Weiterverwendung von ehemaligen Gemeindewappen zu untersagen. Unter diesen Wappen fühlten sich die Einwohner verbunden. Deshalb sollen sie auch weiterhin von Privatpersonen und Vereinen weiterhin benützt werden. Zahlreiche Gemeinden unterstützen diese Tradition idem sie auf ihren Internetseiten diese Wappen vorstellen und bei festlichen Anlässen auch die entsprechenden Fahnen hissen. Im Kanton Bern zeigen Twann-Tüscherz und Forst-Längenbühl auf ihren Internetseiten zusätzlich zu den aktuellen auch ihre alten Wappen. Rapperswil, Radelfingen und Sigriswil präsentieren ihre zahlreichen Dorfwappen. Bei Spiez heissen die kleinen Ortschaften Bäuerten, deren Wappen ebenfalls im Internet vorgestellt werden.

 

Blasonierung:

In Rot weisses halbes Mühlrad ohne Speichen und Nabe, aber mit eingelegter weisser Scheibe, überhöht von weissem Zinnenturm.

 

 

Wertung: Schlecht  

 

Zur nächsten Gemeindefusion: Tinizong-Rona GR